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Der Verler See

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Seit dem vergangenen Jahr wird in Verl darüber diskutiert, wie der Verler See, vor allem aber die Uferbereiche weiterentwickelt werden können. Ist mehr Naturschutz eine Option? Oder aber kann mehr Raum für Freizeitaktivitäten geschaffen werden? Ist beides möglich?

Eine Reportage von Ralf Steinecke und Christoph Ackfeld
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Der Verler See, der zwischen Sürenheide und Verl liegt, hat eine Fläche von 8,4 Hektar. Es ist ein Baggersee. Deshalb hat er Badewannencharakter. Die Ufer fallen steil ab. Zwischen acht und elf Meter ist das Gewässer tief. In der Mitte verläuft eine Sandbank. Dort ist das Wasser nur drei Meter tief. Bis Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre wird Sand abgebaut. In diesem Zuge entsteht der See. Pläne, ihn bis zum Freibad am Meierhof auszudehnen, werden diskutiert, aber nie realisiert.
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Obwohl das Schwimmen dort nicht ungefährlich ist, wird das Areal in den 80er- und 90er-Jahren als Badesee genutzt. Im Sommer kommen Hunderte vor allem von außerhalb, um am See zu grillen und um im Wasser zu schwimmen. Surfer sind unterwegs. Das Problem: Es gibt keine sanitären Anlagen. Müllberge wachsen an den Ufern. Und die Wasserqualität leidet. Die Gemeinde Verl handelt. Mitte der 90er-Jahre ist es mit dem Badespaß im Verler See vorbei.
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Gertrud Buschmann, Sürenheiderin und CDU-Ratsmitglied, kann sich noch gut an die Zustände erinnern.

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Das Ufer wird mit Dornenhecken, Sträuchern und Bäumen bepflanzt, um einen Zugang zum See und das Baden im Gewässer unmöglich zu machen. Damit wird der Zustand hergestellt, der heute, 2019, immer noch derselbe ist. Es gibt wenige Zugänge zum See, nur vereinzelt Bänke direkt am Wasser. Ein Rundweg führt um das Gewässer. Schon im Zuge der Entscheidung, Badegäste zu vertreiben, wird über die künftige Nutzung diskutiert. Die Vorschläge ähneln denen, die nun auch aktuell wieder diskutiert werden: Bernhard Klotz regt 1996 an, eine Aussichtsplattform zu schaffen, damit Spaziergänger die Möglichkeit haben, Wasservögel zu beobachten.
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Das Gewässer selbst dient als Anglerrevier. Der Angelverein Verl hat den See gepachtet. Vor zwei Jahren wird der Vertrag mit der Stadt um weitere zwölf Jahre verlängert. Die Hauptfläche beträgt rund 200 mal 300 Meter. An den größten Stellen ist der See 260 Meter breit und 385 Meter lang. Die Tiefe beträgt zwischen 8 und 11 Meter. In der Mitte des Sees verläuft in Nord-Süd-Richtung eine Sandbank. Dort beträgt die Tiefe nur drei Meter. Viel diskutiert wird in den vergangenen Monaten über die Wasserqualität. Der Angelverein entnimmt regelmäßig Proben. Es gibt zwei Probleme: einmal die Tatsache, dass der See die Form einer Badewanne hat. Der Wasseraustausch ist vergleichsweise gering. Und zum anderen wird Wasser von den Feldern in der Umgebung in den See geleitet. Je nach Jahreszeit ist deshalb der Nitratgehalt sehr hoch. Eine Folge der Düngung der Felder.
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Karl Berg, Vorsitzender des Angelvereins, nimmt die „Glocke“ im Boot mit auf den Verler See.

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Ende 2017 bringt Bürgermeister Michael Esken (CDU) die Idee ins Spiel, den Verler See durch das Essener Büro Ökoplan untersuchen zu lassen. Aus dem Gutachten geht hervor, dass der nördliche Bereich zur Helfgerd-Siedlung hin für den Freizeitbereich in Frage käme. Der Süden soll dem Naturschutz vorbehalten bleiben. 50 Vogelarten sind dort heimisch. Hinzu kommen Fledermausarten und weitere Tiere.
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Trampelpfade in der Schutzzone

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Die Grafik zeigt: Es geht um weit mehr als den Verler See. Das Gewässer an sich ist aus Sicht der Experten ökologisch nicht besonders wertvoll. Dafür aber die Uferbereiche – vor allem im Südwesten. Eigentlich soll dieses Gebiet nicht betreten werden. An einer Stelle gibt es einen Zaun mit einem Tor, das verschlossen ist. Dennoch sind Trampelpfade durch das Areal entstanden.

„In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Schutzzone regelmäßig von verschiedenen Nutzergruppen frequentiert wird. Durch nächtliche Partys und unzulässiges Betreten kann es an dem sonst beruhigten Südufer zu Störungen der Wasservögel kommen (Fluchtreaktionen)“, heißt es im Gutachten der Experten. Spaziergänger, häufig mit Hunden, nutzen ganzjährig die Wege rund um den Verler See. Neben den angelegten geschotterten oder gemulchten Wegen werden auch nicht erschlossenen Pfade in unmittelbarer Ufernähe regelmäßig begangen. Dies geschehe hauptsächlich entlang des Ostufers sowie in der südlich gelegenen Schutzzone, so das Büro Ökoplan.

Die Stadt kontrolliert zwar verstärkt, ganz lösen lässt sich das Problem aber nicht. „Die Acker- beziehungsweise Grünflächen westlich des Sees besitzen aufgrund ihres derzeitigen Zustands und aufgrund der geringen Vorbelastungen ein hohes ökologisches Entwicklungspotenzial“, heißt es im Gutachten. Denkbar ist, Flächen zu kaufen und den See moderat zu erweitern. Dann würden Flachwasserzonen mit Schilf angelegt, um die Wasserqualität zu verbessern. Raum für Freizeitnutzungen sehen die Experten vor allem in dem Bereich, wo es heute schon einen Spiel- und Bolzplatz gibt.
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Bürgermeister Michael Esken (CDU) über die Ergebnisse der Analyse

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 Jeder Akteur hat ganz unterschiedliche Sichtweisen – auf den ersten Blick. Wer genauer nachfragt, merkt: Die Positionen liegen nicht weit auseinander. Konkret spielen drei Aspekte eine Rolle: die Sicherstellung der Wasserqualität, der Schutz der Natur und die Aufwertung des Areals, das als Naherholungsgebiet bisher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Nun gilt es, diese Punkte in Gleichklang zu bringen.
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Wenn von einer ökologischen Aufwertung die Rede ist, geht es immer um das Areal im Südwesten, das heute durch einen Zaun abgeriegelt ist. Es ist Heimat zahlreicher Vogelarten. Auch ganz unterschiedliche Fledermausarten werden dort von den Experten des Büros Ökoplan registriert. Bleibt die Frage: Was tun mit dem Areal? Und außerdem geht es um den See an sich und die Sicherstellung der Wasserqualität.
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Karl Berg, Vorsitzender des Angelvereins, zeigt vom See aus den Bereich, wo das Gewässer um eine Flachwasserzone erweitert werden könnte.

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Diskutiert wird über das ökologisch hochwertige Areal im Südwesten. Vor allem geht es um die Frage, wie Natur erlebbar gemacht werden kann. Bürgermeister Michael Esken, Karl Berg vom Angelverein und Ortsheimatpfleger Matthias Holzmeier haben Ideen, die auf den ersten Blick konträr sind, aber eigentlich doch nicht weiter auseinanderliegen.

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Vielfach geäußert wird bei einem Bürgerworkshop der Wunsch, das Areal attraktiver zu gestalten. Die Aufenthaltsqualität soll erhöht werden, mehr Zugänge zum weitgehend zugewachsenen See und mehr Möglichkeiten vor allem für Familien sollen geschaffen werden. Der Arbeitskreis Dortentwicklung Sürenheide regt den Bau einer Outdoor-Sportanlage an. Ins Spiel gebracht wird zum Beispiel die Schaffung eines kleinen Cafés im Bereich des heute schon vorhanden Spielplatzes im Nordosten des Areals. Das Problem: Der Stadt gehört das Grundstück nicht, auf dem Spiel- und Bolzplatz liegen. Sie hat es nur gepachtet. Und dann müsste sich jemand finden, der das Café betreibt. Kein einfaches Unterfangen. Denn wirtschaftlich ist das nahezu unmöglich. 
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Der Verler See kann sowohl über die Grillenstraße im Norden als auch über den Leinenweg im Süden mit dem Auto angefahren werden. Am Leinenweg existiert ein Parkplatz für gut zehn Autos am unmittelbaren Wegrand. An der Grillenstraße gibt es rund 50 öffentliche Stellplätze im Straßenraum. Diese werden zum größten Teil von den Anwohnern der Siedlung genutzt, zum Teil auch von Spaziergängern. Etwa zehn weitere Stellplätze bestehen an der Bunten Mühle. Qualitativ hochwertige Fahrradstellplätze fehlen rund um den See weitgehend. Die Frage, die im weiteren Entscheidungsprozess geklärt werden muss: Reichen die vorhandenen Plätze aus oder ist ein Ausbau nötig? 
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Karl Berg kann sich vorstellen, einen Steg anzulegen, der in die Nähe einer Schwimminsel führen könnte. Sie könnte auf einer Sandbank angelegt werden.

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Derzeit arbeitet das Büro Ökoplan an einem Konzept, wie das Areal künftig aussehen könnte. Bürgermeister Michael Esken deutet an, wohin die Reise gehen könnte.

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